Wohin geht die Reise? Nach Osttirol!

Der Winter ist diesmal ja wieder ziemlich ätzend. Quasi gar kein Schnee, zu 95% trist und grau und einfach schweinekalt. Was gibt es bei dem Mangel an Sonnenlicht Besseres, als sich mit der Planung des Sommerurlaubes zu beschäftigen.

20140828_134543Wir sind ja absolute Berg-Liebhaber. Dort gelingt es mir am besten, die Seele baumeln zu lassen und mich zu sportlichen Betätigungen zu überwinden. Ich kann stundenlang bergauf wandern, nur um eine verlassene Alm oder ein Gipfelkreuz zu erreichen und mich mit einem wahnsinns-Ausblick zu belohnen.

Seit wir Kinder haben, sind wir meist nach Österreich gefahren. Der letzte Urlaub, von dem ich hier auch berichten möchte, führte uns in die Ecke Österreichs, die mir in meiner Sammlung noch fehlte und mich bis heute nachhaltig fasziniert:

Der Nationalpark Hohe Tauern!

Dieser wird gerne „das Dach Österreichs“ genannt. Hier ist der höchste Berg des Landes zu Hause – der Großglockner mit 3.798 m.

Schon die Anreise war nicht so typisch. Kaum haben wir die Landesgrenze passiert, konnten wir die Autobahn schon verlassen, um den Rest des Weges, der über die Felberntauernstraße und durch den Felberntauern-Tunnel führte, auf der Landstraße zu fahren. Erste Erkenntis: Die Vignette hätten wir uns wohl sparen können, denn der Weg auf der österreichischen Autobahn betrug ziemlich genau zwei Kilometer. Die wären auf der Landstraße wohl auch umsetzbar gewesen…..

Wir hatten uns auf einem sehr süßen Bauernhof eingebucht, dem Jörgleggerhof in Nikolsdorf, in der Nähe von Lienz gelegen (nicht zu verwechseln mit Linz!). Dieser wurde mit vier Blumen ausgezeichnet – mehr kann man nicht erreichen. Doch dort mussten wir erstmal hingelangen…Unterm Strich haben wir einfach ca. 650 km hingelegt – ein ganz schöner Ritt – wir brauchten inkl. Stau und Pausen 10 Std. Für die Felberntauernstraße ist eine Mautgebühr fällig für jedes einzelne Mal, das man durchfährt. Diese beträgt 10 €. Aber es ist eine sehr schöne Landschaft, die man beim Fahren durchaus genießen kann.

Wir hatten mal wieder Glück mit unserer Ferienwohnung – alles war wahnsinnig sauber und einladend. Wir wurden gleich von eine der Katzen begrüßt, einen besseren Empfang hätte es für unsere Kinder nicht geben können. Schnell die Koffer rauf und gleich ab in den Stall zum Füttern der Hoftiere, die da waren Hasen, Hühner, Pony, Pferd, Katzen.

Am nächsten Tag haben wir uns die 20140824_182211„Osttirol-Card“ besorgt. Diese kann ich nur jedem mit Kindern empfehlen. Sie ist eine Woche gültig und hat uns zu viert (wobei die Kleine noch kostenfrei war) knapp 120 € bekostet. Wer mit den Preisen für österreichische Seilbahnen auskennt, sieht sofort die Ersparnis, denn man kann mit der Card die umliegenden „großen“ und auch kleineren Seilbahnen jeweils 1x/ Tag nutzen.  Mit der ganzen Familie z.B. in Kals am Großglockner raufzufahren, kostet gut 50 €.  Genauso in Matrei und die Mölltaler  Gletscherbahn.  Zudem sind div. Freibäder, ein Badesee, Latschkeiferbrennerei, Museen, Wildpark etc. enthalten. Wir selbst konnten in der einen Woche nicht alles nutzen, haben aber einen Haufen Geld gespart! Der Urlaub bleibt so einigermaßen kalkulierbar.

Ein absolutes MUSS mit Kindern ist bei Lienz der „Osttirodler“. Hierbei handelt es sich um eine  Sommerrodelbahn, die eine Länge von 2,7 km hat. Somit fährt man je nach Geschwindigkeit ca. 5 Minuten. Das macht irre Spaß und sogar unsere Kleine hat gequiekt vor Freude und als wir unten ankamen kams gleich „nochmaaaaaaaal“ 🙂 Leider ist der Abfahrtspreis nicht gerade günstig, aber einmal musste einfach sein 🙂

20140902_152321Was mit den Kindern wirklich immer spannend ist, sind die Wanderungen. Besonders, weil die Große immer ein wenig lauffaul ist und sich davor scheut, auch nur eine Bewegung zuviel zu machen. Wir haben uns immer etwas einfallen lassen, um sie den Kindern schmackhaft zu machen. Mal war einer der Kuhfladen-Wächter, mal war eine Aufgabe, für jeden einen tollen Wanderstock zu finden, mal wurde ein Kaiserschmarrn auf der Zielhütte in Aussicht gestellt. 🙂20140902_115401
Apropos Essen – auf Wanderungen mit Kindern ist es wahnsinnig wichtig, genug zu futtern dabei zu haben. Wir kennen das alle – Kinder wollen immer irgendwas kauen. Wir haben uns meistens Brötchen geschmiert, Würstl dazu und viel Rohkost eingepackt, also Äpfel, Gurken, Karotten, Trauben etc. Natürlich darf ein bißchen Süßkram als Antriebshilfe nicht fehlen 😉

Unsere Kiddies sind auch immer ganz stolz, wenn sie einen eigenen Rucksack mit ihrem eigenen Trinken und Essen tragen. Das freut die ohnehin schon schleppenden Eltern sehr – haben sie doch die Regenklamotten, Ersatzklamotten, weitere Getränke etc. auf dem Rücken.

Am Abend mussten wir immer bis 18:30 zurück sein. Denn dann war Fütterzeit.
Die Kinder versammelten sich am Stall und dann wurden die Tiere in die jeweiligen Ställe geführt. Für die Hasen durften die Kinder Löwenzahn auf der Wiese zupfen, damit wurden die Hoppler zuerst in den Stall gelockt und dann gefüttert. 20140827_190209Weiter zu den Hühnern. Zuerst sammelten die Kinder die Eier ein, dann wurden die Hühner ebenfalls gefüttert und der Stall verschlossen. Dann das Highlight: Shetland-Pony Max und sein großer Schimmel-Kumpel Janosch mussten von der Koppel geholt werden. Jeden Abend bestand unsere Kleine darauf, Max in den Stall führen zu dürfen, nachdem alle ihn hingebungsvoll geputzt haben. Besonders interessant fanden meine beiden, dass das Pferd Janosch starken Husten hatte und inhalieren musste. Dazu wurde ihm mit einem Eimer eine Inhalationsmaske gebaut, was sehr lustig aussah. Obwohl es schon 20140831_080442langsam dunkel wurde, haben sie sich dieses Schauspiel nicht einmal entgehen lassen.  Danach gabs Abendessen (ich empfehle Schlipfkrapfen 🙂

In Osttirol gibt es auch eine Menge Gelegenheiten zum Klettern, was besonders für größere Kids und Erwachsene reizvoll ist. Ein Beispiel hierfür ist die Galitzen-Klamm. Die Ausrüstung kann man sich leihen und dann gehts auf in die Felswände nach verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Ausprobiert haben wir dies noch nicht, aber beim nächsten Urlaub steht das ganz sicher auf der Liste. 🙂

Ein Vorteil dieser Gegend sei unbedingt noch zu erwähnen.
Quasi vor unserer Haustür führte der Drauradweg entlang. Dieser führt am gleichnamigen Fluss entlang durch Osttirol und Kärnten. Er ist sehr schön zu fahren und führt durch malerische Ortschaften, die Gelegenheit zum „nachtanken“ bieten 😉
Wir hatten das Glück, auf unserem Bauernhof kostenfrei Räder leihen zu können.20140901_184827

Wir haben es in den elf Tagen Aufenthalt dort nicht geschafft, uns alles anzuschauen. Zuviel gibt es in Osttirol zu entdecken. Allem voran – aus Erwachsenensicht – die unglaubliche Landschaft mit ihren kargen Felsen und den sportlichen Herausforderungen. Wir sind nunmal hoffnungslose Berg-Liebhaber und uns wird es wohl immer wieder dorthin ziehen. Und ganz ganz ehrlich….ich hoffe, dass es uns irgendwann mal für immer in eine alpine Gegend verschlägt, denn dort kann ich es mir vorstellen, dauerhaft zu leben.

Und jetzt, wo ich den ganzen Urlaub aus 2014 noch einmal vor Augen hatte, werde ich schnell die Anzahlung an den Jörgleggerhof überweisen, denn wir haben bereits bei Abreise zwei Wochen für dieses Jahr gebucht, auf die wir uns schon riesig freuen! Osttirol – wir kommen! 🙂

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