Wenn Murphy uns morgens um 6:30 Uhr schon besucht…

…dann ist bereits abzusehen, dass ein Kaffee nicht ausreichen wird, um die Nerven wieder auf die rechte Bahn zu rücken…

Doch von vorne.
Eigentlich begann der heutige Morgen ganz normal. Ich habe die Große geweckt, bin gerade im Bad fertig, suche noch das letzte Klamottenteil, dass unbedingt und unaustauschbar heute angezogen werden soll. Danach das erste Meeting in der Küche. Sie packt ihren SchulrucksackRanzen (nein, die 15 Ermahnungen am Vorabend waren wie immer ergebnislos), stellt dabei resignierend fest, dass die Reli-Mappe nicht auffindbar ist und nimmt dies als schicksalsgegeben hin. Schnaubend verschwinde ich ihn ihrerm Zimmer, um diese Lücke in ihrem Equipment zu schließen, stolpere dabei zwei Mal über Dreckwäsche und Malsachen, die in beispielhafter Unordnung auf dem Boden verteilt sind. Natürlich finde ich die Mappe in weniger als 30 Sekunden und bringe sie ihr. Ich möchte gerade beginnen, meiner Tochter das Schulbrot zu schmieren, als sie erschrocken feststellt, dass sie einen Teil der Mathehausaufgaben vergessen hat. Nach kurzem Gezetere bringe ich die Große dazu, sich an den Tisch zu setzen und die Aufgaben noch fix zu erledigen. Die Lehrerin ist streng und ein Risiko möchte man im ersten Halbjahr an der neuen Schule in einem Hauptfach nicht eingehen. Im Prinzip bin ich so eingestellt, dass meine Tochter lernen muss, für ihre Fehler die Konsequenzen zu tragen. Aber ich bin eben auch eine liebende Mama und denke in solchen Momenten daran, dass meine Mutter auch immer versucht hat, solche Fauxpas zu vermeiden.

Als die Zeit knapp wird, den Bus noch zu Fuß zu erreichen, beschließe ich, die Lauftruppe zum Bus zu fahren. Da Murphy aber zu Besuch war, konnte ich natürlich den Öffner für das elektrische Garagentor nicht finden. Meine Panik stieg langsam an, denn nun drohten mehrere Kinder den Bus zu verpassen. Wie jeder weiß, trägt dies aber nicht dazu bei, besonnen zu suchen und das vermisste Objekt schneller zu finden. Es war nichts zu machen. Also musste der Papa, der eigentlich gerade ins Bad springen wollte, in Schlafhosen den Kindersitz der Kleinen aus seinem Auto ausbauen und als Fahrer einspringen. Ich suchte indes voller Verzweiflung weiter dieses VERDAMMTE DING! Im versperrten Auto lagen zudem auch die dickeren Jacken und Mützen der Kleinen, die ja noch in die Kita sollte…Schulbus

Den Bus haben sie dann gerade noch so erwischt – jedoch nur die Anderen. UNSERE Tochter kam verzweifelt wieder zur Tür hinein und meinte „Ich hab meine Fahrkarte vergessen….“ Ich unterdrückte mit letzter Kraft ein Schreien und folgte ihren Anweisungen, wo sie die Karte wenige Augenblicke zuvor noch abgelegt habe. Natürlich war der Bus längst weg, weshalb ich nun die Große in die Stadt fahren „durfte“, um den Unterricht nicht zu verpassen. Wenigstens hier hatte ich das Glück, dass der morgendliche Stau dorthin erst dann begann, als ich den Rückweg antrat. Als nächste Etappe musste ich ja nun die Kleine bis 8:30 in die Kita bringen. Die saß noch im Schlafi zu Hause und frühstückte. Nach einer kurzen Überzeugungs-Rede, dass der heutige St. Martins-KampfkatzeUmzug cool wird und es auch sicher einen Weckmann geben wird (ich will nicht schon wieder laufeeeeeen!!!“), haben wir es gerade noch so zum Morgenkreis geschafft.

Kaffee zapfen (gleich bei Nr. 3), durchatmen und erstmal ein bisschen lesen. Ich werde wohl die Katze abrichten müssen, dass dieser Idiot Murphy sich in Zukunft fernzuhalten hat….

„If there are two or more ways to do something, and one of those ways can result in a catastrophe, then someone will do it.“
(Edward A. Murphy) 

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