Quo vadis? Die nagende, permanente Frage…

directory-466935_1280Wohin gehst Du? Diese Frage stelle ich mir zur Zeit mehr denn je.

Wie der fleißige Leser weiß, bin ich ich derzeit arbeitslos, nachdem das Arbeitsverhältnis mit meinem langjähringen Arbeitgeber im Rahmen des Personalabbaus während der Elternzeit beendet wurde.
Bislang war meine Suche leider erfolglos. Umrahmt wurde diese Erfolglosigkeit durch Kommentare meiner div. Vermittlerinen der Arbeitsagentur á la „Bank und Teilzeit, das IST aber auch sch*****“ oder „ich denke, wir wissen beide, dass sie in dem Job nichts mehr finden“….dies ist also die wohl allgemein gültige Einschätzung meiner Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Inzwischen sitze ich hier und muss mich regelrecht dazu zwingen, Bewerbungen zu schreiben. Mein Problem dabei: Mir gehen die Ideen aus. Ich schreibe auf Stellenanzeigen, Initiativbewerbungen, hake nach. Da ich meist fachfremd bin und dazu noch zwei Kinder aufweise, bekomme ich häufiger Absagen. Mein Outplacement-Berater (den ich in seiner Kompetenz sehr schätze!) schwörte mich darauf ein, dass ich dies nicht persönlich nehmen darf und möglichst „professionell“ weitermachen soll. Zugegeben ist das leichter gesagt als getan. Jede Absage ist ein Stich ins Selbstbewusstsein. Man erfährt nie wirklich, WARUM das Unternehmen einen nicht wollte. Laut allgemeiner Info liegt es wohl am ehesten an den vorhandenen zwei Kindern. Zu groß ist das Risiko, dass – gerade die Kleine – mal krank wird und ich somit für den Arbeitgeber ausfalle.

Wenn ich fachfremd bin – woher weiß der potentielle neue Arbeitgeber denn, dass ich nicht auf anderem Wege Erfahrungen gesammelt habe – auch wenn man sie vielleicht nicht zwingend nachweisen kann?

Vor einer Woche habe ich ein sehr emotionales Gespräch mit meiner besten Freundin geführt, die sich ebenfalls in einer schwierigen Arbeitssituation befindet. Wir unterhielten uns über denn Büroalltag. Darüber, dass man die meiste Zeit damit beschäftigt ist, unlösbaren Aufgaben hinterher zu rennen. Damit, den Berg Eingangspost ohnehin nicht in der vorgegebnen Zeit abarbeiten zu können. Damit, ein Außenseiter zu sein, wenn man nicht mittags in die Kantine geht, gern seine Ruhe hat und die Desperate Housewives am Vortag eben nicht gesehen hat und nun ein Best-Of der Zitate wiedergeben kann.

businessmen-530331_1280Ehrlich gesagt erschöpft mich der Gedanke, wieder jahrelang in diesem Hamsterrad zu sitzen, nur um Geld zu verdienen, nicht aber, um Spaß an der Arbeit zu haben. Dies war bislang auch mein größtes Problem. Ich hatte nie wirklich Spaß an meiner Arbeit. Ich weiß auch nicht mehr, wie ich mir einreden lassen konnte, Bankkauffrau sein ein sooo cooler Job. Für mich ist er nichts und ich würde viel dafür geben, endlich die Branche wechseln zu können und die vielen Stunden, die man auf der Arbeit verbringt, als Gewinn zu betrachten, nicht als Belastung und Verlust.

Ich frage mich derzeit jeden Tag, was ich mit meinem Leben weiter anfangen soll. Als Mutter steht man unter einem gewissen Druck. Wenn ein Gehalt fehlt, macht sich das bei zwei Kindern u.U. recht deutlich bemerkbar und man muss den Lebenswandel anpassen. Jeder der hier lesenden Eltern weiß, was Kinder kosten – es gibt genug Studien und Publikationen darüber. Ich möchte diesmal endlich den richtigen Weg einschlagen, er muss jedoch vereinbar sein.

Ein Studium klingt interessant und irgendwo fast logisch. Da wir hier auf dem Land wohnen, muss ich jedoch mind. 50 km fahren einfach, um an Vorlesungen teilnehmen zu können. Dazu kommt mein Alter. Klar bin ich erst 😉 34, aber sehen das die Arbeitgeber genauso? Bis ein Studium beendet ist, steuere ich geradewegs die 40 an und dann wird es immer schwieriger. Ich wollte immer Journalismus oder Biologie studieren. Ersteres habe ich mir mit süßen 19 ausreden lassen mit Argumenten wie „brotlose Kunst…..ewig studieren….so weit weg…blabla“. Biologie habe ich später aufgrund meiner doch recht eingeschränkten Chemie-Kenntnisse sein lassen. Natürlich denke ich heutzutage „verdammt! DAS wäre es doch gewesen“. Doch kommt mir auch danach der Gedanke „hätte ich einen anderen Weg eingeschlagen – ich hätte vermutlich nicht den Mann und die Kinder, die ich heute so liebe!“….Ein Gedanke, der dabei hilft, die Tatsachen so zu akzeptieren wie sie sind.

Welche Möglichkeiten – außer einem Studium – hat man mit 34 und eingeschränkten finanziellen Mitteln? Die Arbeitsagentur hält sich bei diesem Thema fein raus und beschränkt sich auf Unterstützung wie Office-Schulungen und Englisch-Kurse. Es ist paradox – die Vermittlerinen bestätigen mir – wie oben erläutert – eine gewissen Hoffnungslosigkeit, helfen jedoch nicht aus dieser Misere wieder heraus. Es gibt unglaublich viele Fernunis mit noch mehr Fernstudiengängen. Aber diese sind privat zu finanzieren und nicht gerade günstig. Fraglich ist bei der möglichen Investition zudem immer, ob es mich hinterher wirklich weiterbringt.clock-77497_1920

Ein nicht unbeliebter Weg in einer Situation wie der meinen ist der Einstieg in die Selbstständigkeit. Meiner Meinung nach stellt dies die riskanteste Variante dar. Gegebenenfalls muss ein bestimmter Betrag investiert werden, im Zweifelsfall gar auf Kredit. Viel Zeit wird geopfert, alles auf eine Karte gesetzt. Die Schwierigkeit hierbei ist zudem, eine Nische zu finden, die sich lohnt, gewinnbringend ist. Man wird mit einer Menge Komplikationen konfrontiert: Steueränderung, Gewerbeschein, Buchhaltung, Kundenkontakt – das liegt nicht jedem. Somit sollte gerade dieser Schritt wohl überlegt sein. Bislang kann ich mich damit noch nicht identifizieren, verspüre dennoch beim Gedanken daran einen gewissen Reiz 🙂

Es wäre wundervoll, wenn jemand käme und zu mir sagte „mach es so und so, das ist es für dich!“. Mir würde es schon reichen, wenn jemand zu mir käme, der liebend gern regelmäßige und ausreichend bezahlte Schreibarbeiten von mir haben wöllte. DAS würde mich ausfüllen und an meinen ursprünglichen Berufswunsch (s.o.) anknüpfen. Aber das Leben ist eben kein Ponyhof und deshalb bleibt es spannend, zermürbend und bislang noch offen, wohin es mich im weiteren Berufsleben verschlägt.

All denen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden – und das sind scheinbar mehr als ich dachte – wünsche ich, dass sie für sich einen Weg aus dieser Sackgasse finden.

Ich freue mich über Anregungen und Tipps. Über Erfahrungswerte und natürlich über Jobangebote 😀

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