Meine Sicht zum Familienbett

Nachdem ich gestern feststellen musste, dass ein Blogbeitrag von StadtLandMama Timeline bei Twitter rockte, habe ich mir den Artikel auch in Ruhe durchgelesen und auch ich stelle fest, dass ich meilenweit von Katharinas Meinung entfernt bin. Thema war das FAMILIENBETT. Da die Ansichten hier wirklich stark auseinander gehen, habe ich nun das Bedürfnis, auch einmal meinen Senf hinzugeben zu müssen.

Unsere beiden Kinder lieben unsere Insel im Schlafzimmer. Mindestens einmal pro Woche kommt die Frage „dürfen wir bei Euch schlafen?“ und sie setzen dabei einen Dackelblick auf, der einem weiche Knie bereiten kann 😉 Es sei nochmals erwähnt, dass die beiden 3,5 und 10 Jahre jung sind. Die Große verirrt sich eher seltener mal zu uns – es sei denn, sie ist krank oder hat sehr schlecht geträumt, dann gibts eine Familienbett-Garantie. Sie genießt den Freiraum in ihrem Zimmer und die Möglichkeit, im Falle des nächtlichen Erwachens leise ein Hörspiel anmachen zu können. 🙂 Aber vor einigen Tagen z.B. kam es vor, dass ich aufwachte und sie lag neben mir. Die Kleine hingegen fragt schon häufiger nach. Sie hat auch gerne jemanden bei sich beim Einschlafen. Diesen Punkt hat Katharina ziemlich deutlich behandelt und dabei eine Ausdrucksweise verwendet, die den Eindruck vermittelt, als würden sich alleine beim Gedanken daran die Fußnägel hochrollen: „Deshalb habe ich bisher auch nicht einen Abend meiner Mutterschaft im abgedunkelten Kinderzimmer gelegen und gewartet, bis meine Kinder eingeschlafen sind. Nein, sie schlafen alleine ein. Zuvor lesen wir eine Geschichte, singen und beten und dann ist Nachtruhe.“ Mein erster Gedanke zu diesem Absatz „Was für eine arme Frau“ Wenn ich meine Maus ins Bett bringe und sie mich vorher mit ihren Kulleraugen soooo lieb gefragt hat „Mamaaaa….bringst DU mich ins Bett?“, dann legen wir uns aufs Bett, lesen eine Geschichte und dann wird gekuschelt bis der Arzt kommt 🙂 Meistens gehen der Kleinen dann noch 1000 Sachen durch den Kopf. Gedanken über den Tag, die geteilt werden müssen. Fragen, die noch gestellt werden müssen. Dann dreht sie sich um, schnappt sich ihr Kuscheltier, seufzt einmal tief und sagt „Gute Nacht Mama…..ich hab Dich liiieeeeb Mama!“ Dabei wird mir so warm ums Herz, dass ich sie nie wieder loslassen möchte. Meist ist sie schnell eingeschlafen, da so ein Tag doch recht anstrengend sein kann 😉 Diese Zeit, in der sich die Kinder nach der körperlichen Nähe der Eltern verzehren, ist schneller vorbei als uns lieb ist. Wir wollten zwei Kinder und haben nun zwei Kinder. Wenn diese Phase bei der Kleinen vorüber ist, wird wohl kein Schmuseknäuel mehr nachkommen. Daher möchte ich dies jetzt noch genießen so gut ich kann. Die Große ist natürlich nicht mehr so anhänglich und ist seit Jahren davon entfernt, dass sie jemand in den Schlaf kuschelt. Aber sie schätzt es auch sehr, vor dem Schlafengehen noch eine Runde zu schmusen. Meist ist sie dabei, wenn wir mit der Kleinen eine Geschichte lesen bzw. sie liest auch oft die Geschichte vor.

Für mich hat meine Einstellung „Pro Familienbett“ nichts damit zu tun, dass ich mich „aufopfere“, um eine Art Supermutter zu werden. Letzteres bin ich ganz sicher nicht und ehrlich gesagt auch froh drum. Ich genieße einfach diese Zuneigung, die die Kinder mir entgegenbringen und diese Wärme, die ich empfinde, wenn die Kleine völlig zufrieden, neben mir einschläft. „Loslassen“ kann ich auch gut, auch wenn wir oft „Besuch“ im Bett haben. Dies bedeutet für mich nicht, dass ich ihnen kategorisch den Zutritt ins Schlafzimmer verweigern muss, sondern dass ich auch mal weggehe ( mein Artikel dazu HIER ), dass ich auch mal über Nacht nicht da bin. Damit habe ich kein Problem, weil ich der Meinung bin, dass die Kinder dies auch mal akzeptieren müssen.

Es ist vermessen, pauschale Urteile über Mütter zu fällen, die nicht der eigenen Meinung nach leben, in der Annahme, dass die eigene Meinung die beispielhafteste ist. Kindererziehung ist eine individuelle Sache. Wenn wir uns alle nach einem Ideal auf diesem Gebiet richten würden, hätten wir lauter Schubladen-Kinder, weil alle gleich wären. Unsere Kinder sich unsere „Gewächse“, die das wiederspiegeln, was wir ihnen angedeihen lassen. Deshalb unterscheiden sie sich so vielfältig.

Niemand sollte sich genötigt fühlen, beim Thema Familienbett ein Ideal anzunehmen. Die abendlichen und nächtlichen Stunden sind die privatesten einer jeden Familie und das sollten sie bleiben. In der Entscheidung, wieviel Nähe und Zeit man in seine Kinder investiert, geht man nach dem Herzen, da nur die Eltern ihre Kinder so genau kennen wie niemand anders.

Und wenn es dann doch mal zu eng wird im Elternbett….wir haben 200x200cm und da ist im Härtefall Platz für vier. 😉

 

5 Kommentare

  1. Katharina

    Ich denke auch, dass man ruhig die Zeit genießen darf, wo Kinder noch die Nähe zu ihren Eltern suchen 🙂 Das tut beiden Seiten gut und irgendwann ist es ja eh wieder vorbei und man sehnt sich vielleicht die Zeit zurück, in der die Kinder zu einem ins Bett gehopst sind, um zu kuscheln 😉

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    1. Chrissi (Beitrags-Autor)

      Hi Katharina,
      genau das ist es. Wenn mal ein paar Tage kein Kind neben mir schnuffelt, fehlt was und es kann passieren, dass ich die Kleine anstifte, ob sie nicht wieder mal bei uns schlafen mag 🙂
      Ich liebe es 🙂

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  2. Hajo Dietze

    Ich habe eine verblüffend einfache Lösung für das Migräneproblem gefunden in einem Buch von Gerhard Wisnewski. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Das Problem ist Wassermangel und Stress, die Lösung ist Stressabbau und viel trinken. Hier ein Link:
    http://www.dasgelbeforum.net/mix_entry.php?id=206990

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    1. Chrissi (Beitrags-Autor)

      Hallo Hajo,
      leider gehen Theorie und Praxis oft sehr weit auseinander. Ist die Migräne erstmal da, helfen nur Triptane.
      Trinken ist absolut wichtig. Ich muss mich oft dazu zwingen. Aber sich vom Stress fernzuhalten….DAS ist leider immer seeeehr schwer.
      Derzeit bin ich wieder sehr stressanfällig und muss höllisch aufpassen, nicht wieder in die nächste Attacke zu rutschen.
      Aber 1000 Dank für Deine lieben Tipps 🙂

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  3. Hajo Dietze

    Ich habe mal meine neusten Erkenntnisse zum Thema Kindererziehung in einem Wikikea-Artikel zur „Bällchenpädagogik“ zusammengefasst:
    Die Bällchenpädagogik ist eine am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts in Europa entstandene Philosophie, die sich in Abgrenzung zur Antipädagogik auf der einen Seite und der Schwarzen Pädagogik auf der anderen Seite entwickelt hat.

    Die Begründer_in der Bällchenpädagogik ist eine Person Namens Ikea aus Skandinavien. Deshalb wird die Bällchenpädagogik auch allgemeiner als Ikeagogik bezeichnet.

    Die Bällchenpädagogen kritisieren an der der Schwarzen Pädagogik deren Überangebot an Normen und Regeln und deren repressiven Erziehungsstil.

    Den Vertreter_innen der Antipädagogik werfen sie vor, durch ihren permissiven Erziehungsstil ein Unterangebot an pädagogischen Möglichkeiten für die Heranwachsenden bereit zu stellen und bemängeln, dass auf die Beeinflussung der Kinder in der Antipädagogik ganz verzichtet wird.

    Ikea hat in der pädagogischen Diskussion um Leitbilder einen dritten Weg vorgeschlagen. Es komme darauf an, den Kindern ein möglichst buntes und vielfältiges Angebot zu machen.

    Die Bällchenpädagogik wendet sich vor allem gegen die zu frühe Festlegungen in der Erziehung. Die Kinder sollen ihre Umwelt als eine Vielfalt von Möglichkeiten begreifen, aus der sei frei auswählen können.

    Die Bällchenpädagogik hat sich aus der allgemeinen Theorie der Waren- und Angebotsgesellschaft heraus entwickelt. Um sich in der bunten Vielfalt zurechtfinden zu können, sollte das Kind möglichst früh an eigene Entscheidungen herangeführt werden.

    Beispielsweise sei es sinnvoll, wenn die Kinder geschiedener Eltern schon im Kindergarten lernen, selbst zu entscheiden wer von ihren beiden Eltern, an der Weihnachtsfeier im Kindergarten teilnehmen darf.

    Auch dürfe ihnen auf keinen Fall eine Religion im Kindesalter nahegebracht werden, da dies die Entscheidungsfreiheit in der Adoleszenz auf unverantwortliche Weise einschränken würde.

    Klassische Märchen haben in der Bällchenpädagogik nichts zu suchen, weil sie zu eindeutige und nachvollziehbare Unterscheidungen von Gut und Böse nahelegen und Stiefmütter, Hexen und Monster diskriminieren.

    Es komme nicht auf einzelne Vorbilder an, sondern auf möglichst viele und bunte Bilder in sehr kurzer Zeit.

    Deshalb werden Zeichentrickfilme in der Erziehung bevorzugt, die sinnfrei, hecktisch und laut sind, um die Kinder für die Anforderungen der modernen Warengesellschaft resilient zu machen.

    Ebenso wie in Fragen der Religion wird in der Bällchenpädagogik davon abgeraten, das Kind zu früh auf eine Geschlechtsidentität festzulegen. Das Kind soll später einmal selbst entscheiden, welchem Geschlecht es angehören soll. Wichtig sei es, dem Kind klar zu machen, dass beide Optionen gleichwertig seien. Bekannt geworden ist diese pädagoische Grundposition unter dem Begriff Conchita-Wurst-Prinzip.

    Außerdem arbeitet die Bällchenpädagogik darauf hin, die Geschlechtsidentität in eine Genderidentität zu diversifizieren und zu vervielfältigen. Den Kindern werden Facebookseiten angeboten, die es bei der Anmeldung erfordern, eine Zuordnung zwischen zur Zeit sechzig verschiedenen Gender-Identitäten vorzunehmen. An der Ausweitung dieses Anagebots wird weiter gearbeitet.

    Die Eltern, so fordert die Bällchenpädagogik, müssen lernen, ihre Kinder möglichst früh und lange abzugeben um die Kinder nicht in ihrer autonomen Entscheidungsfindung zu beeinflussen.

    Wichtig ist, dass die Kinder in ihren elternfreien Zeiten mit einem bunten und möglichst vielfältigen Angebot in Berührung kommen. Bevorzugt werden stundenlanges Fernsehen und Kontakte mit vielen fremden Kindern im Bällchenbad.

    Besonders gerne wird es gesehen, wenn die Kinder im Bällchenbad den Boden unter den Füßen verlieren das Gefühl haben unterzugehen oder wild mit den Bällchen um sich werfen.

    Kritiker der Bällchenpädagogik meinen darin die Verzweiflung der Kinder erkennen zu können und deuten die wild herumgeworfenen Bällchen als Zeichen für ihren Schrei nach Anerkennung und Aufmerksamkeit.

    Die Bällchenpädagogen verweisen auf ihre hochentwickelten Medikamente gegen das sogenannte ADHS-Syndrom, dass Bällchenbadkinder besonders ausgeprägt entwickeln, und auf die vielen differenzierten Angebote in der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie.

    Dies trage zur Entwicklung der modernen Dienstleistungsgesellschaft bei und sichere Arbeitsplätze für die Zukunft und sorgt dafür, dass auch in der Warengesellschaft der Zukunft immer genügend kaufwillige Kunden zur Verfügung stehen.

    Auch auf die Eltern habe die Bällchenpädagogik einen guten Einfluss, weil sie ihnen die Möglichkeit gibt, sich den wirklich wichtigen Fragen der Lebensgestaltung zuzuwenden und keine unnötige Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Dieser positive Einfluss ist in wissenschaftlichen Untersuchungen gemessen worden und ist direkt proportional zum Umsatz an der Kasse.

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