Elterngespräch Klasse 4

Unser Elterngespräch mit der Klassenlehrerin zum Thema weiterführende Schule ist rum und zu meinem Glück muss ich zugeben, dass mein Puls nicht ganz so hoch ging, wie ich es erwartet habe. Zunächst kam natürlich die Frage „wie ist Ihre Planung“. Als wir diese mitteilten und auch die dazugehörige Schule, wurde natürlich erstmal das Gesicht verzogen, da sie wirklich hoffte, dass unsere Große hier auf der Schule bleibt und zunächst die Förderstufe besucht. Im vorherigen Post habe ich bereits beschrieben, warum diese für uns nicht in Frage kommt.

spiral-notebook-381032_1920Erwartungsgemäß wurden wir erst mit den Schwächen unseres Kindes konfrontiert, die uns aber nicht neu und auch zu beheben sind. Ich möchte anmerken, dass ich ungerne von „Schwächen“ rede. Viel mehr ist es das ein oder andere Charaktermerkmal, was ihr nicht immer zum Vorteil ist. Daraufhin ballerte ich die Lehrerin mit Argumenten zu, die Punkte wie Konzentrationsschwäche (die zudem auch durch Trainings zu beheben bzw. zu verbessern ist) plötzlich viel kleiner erschienen ließen….weil ich Recht hatte! Wir beide sehen genügend Potenial, unsere Tochter Ihrem Wunsch nach dem Gymnasium entsprechen zu können. Plötzlich gibt die Lehrerin auch zu, dass die allererste 3 in Deutsch (wegen einer einzigen doofen Arbeit!) eigentlich nicht ihrem Können entspricht und sie zur Zeit wirklich Gas gebe. Ach….wieso muss man dann dem Kind vorher im Tür-und-Angel-Gespräch einbläuen „davon würde ich Dir abraten!“???

Das deutsche Bildungssystem ist nicht sehr einfach zu durchschauen. Besucht man die Förderstufe, verliert man nach der sechsten Klasse die Entscheidungsgewalt. Schwankt man zwischen Gym und Real, entscheidet sich für Real, muss man im Falle eines späteren Abitur-Wunsches einen bestimmten Notenschnitt bringen. Verfehle ich diesen geringfügig, habe ich Pech gehabt. Also haben wir uns nun endgültig für die trial-and-error-Methode entschieden: Ans Kind glauben, unterstützen und rauf aufs Gymnasium einer Gesamtschule. Es wird spannend und sie muss dranbleiben. Nicht jedem fallen die guten Noten lernfrei in den Schoß. Das müssen sie auch nicht. Es schadet keinem Kind, wenn es lernt, dass man für ein gewisses Ziel auch was schaffen muss.

Uns ist wichtig, dass bei der ganzen Geschichte unserer Tochter auch noch ihre Kindheit erhalten bleibt durch ausreichende Freizeitaktivitäten und Ausgleich. Das ist wichtig für Geist und Herz.

Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, die Lehrerin über unseren großen Unmut in Kenntnis zu setzen, den die vermehrten Vorab-Aktionen gegenüber der Schüler zu diesem Thema ausgelöst haben. Zu meinem Erstaunen hat sie hier Fehler eingestanden und sich nur geringfügig gewehrt. Ich schätze, wir waren nicht die ersten, die dies angebracht haben. 😉

Es bleibt spannend!

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