Der Tiefpunkt der Jobsuche

application-457422_1280Vor Ostern hatte ich meinen nächsten Termin bei der Arbeitsagentur. Dieser war diesmal mit 1,5 Std. angesetzt, da ich in die Intensivbetreuung verschoben wurde. Langsam aber sicher sieht man in mir den hoffnungslosen Fall. Doch dazu später mehr.

Das Gespräch begann zuversichtlich. Die Dame forderte mich auf, von mir zu erzählen, speziell von meinen beruflichen Vorstellungen, meinem ursprünglichen Berufswunsch zur Schulzeit, warum ich diesen nicht verfolgt habe etc. etc. Zugegeben, es tat gut, sich den ganzen Müll von der Seele zu reden (nicht, dass ich das nicht schon längst getan hätte…) und ich freute mich ernsthaft darüber, dass sie genau diese Dinge hören wollte, die niemand sonst interessierte im Zusammenhang mit der Jobsuche. Jedoch währte diese überraschte Freude nur kurz. Sie zeigte mir div. Seiten der Arbeitsagentur im Internet, suchte mit mir passende Berufsfelder hinaus. Klingt zunächst noch vielversprechend. Doch spätestens, als ich fragte „gehe ich Recht in der Annahme, dass alle Umschulungen, die hier in Frage kommen, Vollzeit sind?“ war der Zauber vorbei. Denn meine neue Vermittlerin steuerte auf die gleiche Schiene zurück, wie ihre Vorgängerinnen.

Die Dame redete auf mich ein und sagte mir, ich solle diese Ziele auf keinen Fall aus den Augen verlieren (natürlich…niemals aufhören zu träumen..jaja das kennen wir!), jedoch seien sie derzeit für mich nicht umsetzbar, weil ich eben die Kinder habe. WUMMS! Genau darauf hatte ich gewartet. Die MutterSchublade hat sich wieder geöffnet und ich war drin. In Folge dessen wurde mir ziemlich klar vermittelt, dass mir eben bislang nur die kaufmännische Schiene bleibe, denn die habe ich gelernt. Das Große Hindernis bei der Sache sei jedoch hand-65688_1280die Tatsache, dass der Arbeitsmarkt für kaufmännische Kräfte EXTREM überlaufen sei und die Chancen, auf normalem Wege etwas zu finden, verschwindend gering seien – nein, mit Kindern sei ich sogar nahezu chancenlos, da es genug Bewerber gebe – auf auf Teilzeit -, die kinderlos seien oder bereits erwachsene Kinder haben. Zudem kam der unverblümte Hinweis, dass Arbeitgeber durch meine Vita leider den Eindruck bekämen „die kann eh nur Bank“.

Vielen Dank! Mit diesen Depressionsfaktoren schlage ich mich nun schon lange genug herum – hätte ich diese erneut lesen/ hören wollen, wäre ein Blick in meinen Blog ausreichend gewesen, um mich daran zu erinnern.

Zum Einen finde ich es gut, wenn eine Vermittlerin der Arbeitsagentur nicht um den heißen Brei herumredet, sondern die Sache auf den Punkt bringt. Dennoch möchte ich eben genau dies nicht mehr – REDEN. Als mir mitgeteilt wurde, dass ich an die Intensivbetreuung übergeben werde mit der Begründung Potentialanalyse etc. war ich sehr optimistisch und hatte ernsthafte Hoffnung, dass ich einen oder zwei Schritte weiterkomme und mir Möglichkeiten gezeigt werden, von denen ich bislang nichts wusste. Doch leider Fehlanzeige.

Ein Aspekt wurde aber hinzugefügt, der vorher nicht angewendet wurde:
Die Arbeitsagentur bietet potentiellen Arbeitgebern, bei denen ich mich bewerbe nun an, einen Teil der Kosten während der mehrmonatigen Einarbeitsphase zu übernehmen, falls sie mich einstellen. Die Vermittlerin bezeichnete es als „Knochen“, den ich „hinwerfen“ solle in der Bewerbung. Für mich jedoch ist dies die Endstufe und der Tiefpunkt meiner Arbeitslosigkeit, meiner Jobsuche als Frau und Mutter…..Man bietet Firmen Geld, damit sie mich nehmen. Das ist in meinen Augen armselig, traurig und in keiner Weise motivierend.

Ich bekam das Angebot, nach Ablauf meiner Arbeitslosigkeit gemeldet zu bleiben, auch wenn die Bezüge enden. Nach diesem letzten Termin habe ich jedoch für mich beschlossen, dass es besser ist, den weiteren Weg und die weitere Suche alleine zu bestreiten. Durch mein Outplacement habe ich genügend Wissen rund um die Bewerbung und die Jobsuche gesammelt. An meinen Berater hierzu kann ich mich weiterhin jederzeit wenden. Nun bedarf es lediglich etwas Glück und Zuversicht, eben doch noch die richtige Bewerbung zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Personaler zu verschicken. Kommt Zeit, kommt Job!work-222768_1280

2 Kommentare

  1. Suse

    Ich habe null vertrauen zur Arbeitsagentur. Dort weiß man nicht, was es heißt Mutter zu sein und sich auf Jobsuche begeben zu müssen.
    Ich drück Dir ganz fest die Daumen, daß Du Dein Ziel doch noch -aus eigener Kraft erreichst!!

    Liebe Grüße
    Suse

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    1. Chrissi (Beitrags-Autor)

      Hallo Suse,

      ich habe nach Veröffentlichung meines Posts nicht mehr aufhören können, über die Wirkung dieses Termins nachzudenken.
      Das Vertrauen war ohnehin sehr schwach, inzwischen ist es auch bei mir völlig erloschen. Ich hatte viel Hoffnung in diesen Termin gesteckt. Aber dass ich als Mutter noch tiefer in die Schublade geschoben werde und noch mehr Steine in den Weg gelegt bekomme…das hätte ich nicht gedacht.

      1000 Dank für Deine lieben Wünsche! So einfach schreib ich mich nicht ab, wie die es gerne hätten. 😉

      LG
      Chrissi

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