Damals war alles besser…ein Vergleich

Manchmal…..kommt es vor, dass ich wahnsinnig gerne an früher denke. Gerade jetzt, wo unserer Großen der Schulwechsel zur 5. Klasse bevorsteht, kommen viele Erinnerungen hoch. Es sind vergleichende Erinnerungen. Der Vergleich zwischen meiner Kindheit damals und der Kindheit meines eigenen Nachwuchses.

Das Leben der Kinder heute ist wahnsinnig schnelllebig. Wenn ich mich mit anderen Kindern verabredet habe, wurde das entweder in der Schule erledigt, durch einen Anruf mit dem orangenen (!!!) Wählscheiben-Telefon (welcher aber sehr kurz sein musste, weil Telefonieren damals noch richtig Geld kostete) oder man ist einfach mit dem Rad hingefahren und hat es riskiert, vor Ort eine Abfuhr zu kassieren. Heute schreiben sich die Kids WhatsApp-Nachrichten, um sich zu treffen. Letzte Woche kam meine Große nach Hause und sagte „Mama, die wollen meine Handynummer für ne WhatsApp-Gruppe“. Dies war jedoch erfolglos, da unsere Tochter zwar ein gebrauchtes Smartphone von Oma und Opa bekommen hat, dies aber lediglich zum Spielen, Fotografieren und Musik hören benutzt wird.

Ich hatte früher einen wahnsinnig schicken Walkman für die Busfahrten zur Schule. Ich war passionierte Kassetten – Aufnehmerin. Play und Record drücken, gleichzeitig den Finger auf Pause halten und fieberhaft mit erhöhtem Puls warten, bis das gewünschte Lied in den Radio – Charts endlich angesagt wurde. Kopierschutz rein (man musste so ein Plastikteilchen aus den Kassetten brechen) und schon war man richtig cool mit fettem Sound. Blöd war nur, wenn der Moderator mitten ins Lied quatschte und man wieder tagelang auf eine neue Gelegenheit warten musste. 😉 Das kann unseren Kindern heute nicht mehr passieren. Nicht nur, dass man heute kaum mehr Kassetten erwerben kann, nein – das Zauberwort heute heißt mp3! Die Player sind so wahnsinnig klein und schmal, dass sie schonmal in einer Bettritze verschwinden und monatelang nicht mehr aufzufinden sind…Das hätte mir nicht passieren können 😀
Die Große kommt inzwischen auch in ein Alter, wo sie Interesse bekundet, einen eigenen Computer zu besitzen. Dies ist nicht verwunderlich. Viele von Euch kennen sicherlich „Antolin“ – die Seite zur Abfrage gelesener Bücher und Hörspiele. Die Kinder werden durch die Schule motiviert, hier möglichst viele Punkte durch das Lesen möglich vieler Bücher zu erreichen. An sich ja eine gute Sache. Des weiteren gibt es ein nahezu unermüdliches Angebot an Lernsoftware für alle Klassenstufen. Die Große möchte zudem ein Tagebuch schreiben und ihre selbstgeschossenen Fotos sortieren und anschauen. Wenn ich an meine Kindheit denke….erinnere ich mich daran, dass wir bis Ende der 80er überhaupt keinen Computer hatten. Dann folgte ein AMIGA 500+, nicht lange danach ein AMIGA 1200 – dieser machte uns zu den absoluten Helden. Ich spielte mein – bis heute unangefochtenes – Lieblingsspiel „Monkey Island“ mit sage und schreibe 11 ( ELF!) Disketten. Ich habe zwar mehr gewechselt als gespielt, aber es war berauschend. Genauso aufregend war es, als man zum ersten Mal mit dem Medium Internet in Berührung kam. Es begann mit BTX. Man öffnete reine Textseiten durch Eingabe irgendwelcher wirren Befehle und hatte dann das Gefühl, man hätte auch den Videotext einschalten können am TV. Danach kam dann ein Modem ins Haus. So ein kleines, 10 cm langes Kästchen, dass minutenlang brauchte, um sich unter merkwürdigsten Kratz- und Pfeifgeräuschen einzuwählen. Als ich dann im AOL-Chat (ich war inzwischen 17) auf meinen heutigen Mann traf, gab es regelmäßig Familienkrach, weil ich mangels existierender Flatrate die Internet-Rechnung meiner Eltern in horrende Höhen trieb. Heute ist das alles zu belächeln. Flatrates erlauben schier unendliches Surfen mit hoher Geschwindigkeit auf grafisch hochwertigen und anspruchsvollen Seiten (das setze ich nun einfach mal voraus 😉 ).

Ich erinnere mich auch daran, dass es noch Telefonzellen gab. Man musste Münzen einwerfen, um zu telefonieren – ganz moderne Zellen standen für die Telefonkarten zur Verfügung. Die meisten dieser beliebten Vandalen – Ziele sind heute entfernt oder stehen gelb wie die Post sie schuf ohne Technik als Andenken an das analoge Zeitalter noch an öffentlichen Plätzen. Heute hat jeder ein Handy da es durch gefühlte fünf Millionen Handy – Tarife für jeden irgendeine Möglichkeit gibt, ein Handy entsprechend dem Kontostand zu benutzen. Unsere Tochter hat – wie eingangs erwähnt – ein Smartphone. Ein Sony XPeria. Sie ist unglaublich stolz darauf. Jedoch bekommt sie es unterwegs nur mit, wenn sie alleine unterwegs sind, abzusehen ist, dass eine Abholung sich verzögern könnte oder ich sie aus anderen Gründen noch erreichen muss (z.B. wenn sie für mich einkaufen geht und ich mir sicher bin, dass mir noch was einfällt 😀 ). Das Handy wird mit maximal 5 EUR aufgeladen und zu Hause im strahlungsfreien Flugmodus betrieben. Ich gebe zu, dass ich es mir kaum mehr vorstellen kann, ohne Handy zu sein, geschweige denn ohne Smartphone. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass wir irgendwann begonnen haben, uns danach auszurichten. Damals kamen wir auch sehr gut zurecht ohne diese Dinger. Aber geben wir es zu – sie vereinfach vieles. Jedoch…sie sind Fluch und Segen. Es ist unsere Aufgabe als Eltern, unsere Kinder vor den Gefahren zu schützen, die Smartphones mit Internet mit sich bringen. Das sog. Cybermobbing hat schon manche Jugendliche in den Selbstmord getrieben. Daher sind wir mit der Freigabe von Internet auf dem Handy mehr als vorsichtig. Lieber riskiere ich einen kleinen Streit mit meiner Tochter.

Was ich von früher sehr positiv in Erinnerung habe, sind die Kinder- bzw. Teenie-Serien. Allem voran sei zu erwähnen, dass es überhaupt schon ein unglaublich aufregendes Ereignis war, als eine Schüssel aufs Dach kam und wir plötzlich RTL, PRO7 und Co. schauen konnten. Gott, war ich aufgeregt 🙂 Serien, die ich als Kind bzw. Jugendliche sehr geliebt haben, waren die Feuersteins, Dr. Snuggles, die Schlümpfe, Ducktales, Parker Lewis, Prinz von Bel-Air, Full House, die Nanny…..ich könnte ewig weiter aufzählen *schwärm* 🙂 Heute gibt es meiner Meinung nach nur noch so einen Einheitsbrei wie Cosmo und Wanda, Spongebob, Phinneas & Ferb, Violetta, iCarly etc. Bei diesen Serien fehlt mir der Charakter, der dafür sorgt, dass man sich eben mind. 20 Jahre später noch mit einem Schmunzeln daran erinnert. Ich bin sehr froh, dass es heute die Streamingdienste wie z.B. Amazon oder Maxdome gibt. Zum Einen umgeht man damit die überaus lästige Werbung, die für die ( gerade jüngeren ) Kinder eine unzumutbare Reizüberflutung darstellt, zum Anderen stößt man hier immer wieder auf Serienklassiker, die ich dann mit Freuden meinen Kindern zeige und hoffe, dass sie sich ähnlich dafür begeistern können wie ich damals.

Jede Aera hat ihren Reiz. Ich liebe es, mit Freunden zusammen zu sitzen und in den guten alten Zeiten zu schwelgen. Aber ich glaube, unsere Kinder haben es in der heutigen Zeit nicht immer leicht. Kindergärten und Schulen neigen zusehends dazu, Kinder in Schubladen zu stecken und ihre individuellen Stärken und Schwächen zu untergraben. Vereinheitlichung steht über allem.  Auch der technische Fortschritt hat – wie oben bereits angedeutet – seine Nachteile. Wir Eltern haben einige Entwicklung mitgemacht und sind damit gewachsen. Dies müssen wir an unsere Kinder weitergeben, damit sie stark sind für den weiteren Fortschritt und um den Weg zu gehen, der ihrer Person entspricht. Lasst uns das an unsere Kinder weitergeben, was uns damals gefallen hat und was aus damaliger Sicht undenkbar war. Ich finde das wichtig, damit sie nicht alles als selbstverständlich hinnehmen und Dinge hinterfragen. Schließlich haben uns unsere Jahre als Kind zu dem gemacht, was wir heute sind, was wiederum Einfluss darauf hat, was unsere Kinder werden.

Was hat Dir an den 80ern und 90ern am besten gefallen? Egal, ob TV-Serie, Filme, Musik, etc.
Ich habe neulich mit der Großen „Zurück in die Zukunft I “ geschaut. Mein Tipp: Im zweiten Teil reist Doc Brown mit Marty McFly ins Jahr 2015. Seeeehr witzig, den Kindern zu zeigen, wie man sich 1989 ( Produktionsjahr ) das Hier und Jetzt vorgestellt hat 🙂

1 Kommentar

  1. Hajo Dietze

    Der Ultimative Film zum Thema hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=XR0LtqJXy9Y

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