Immer lächeln ;-)

Gott sei Dank – es ist Freitag! Oder kurz TGIF! 😉
Meine Woche war geprägt von Migräne und der Abwesenheit meines Mannes durch eine Dienstreise. Ich hatte mir vorgenommen, bewerbungstechnisch endlich wieder granatenstark durchzustarten….und was war? Krankgeschrieben, Arbeitsamts-Vorladung verschoben und den alltäglichen Anforderungen im Haushalt nach dem Total-Ausfall hinterhergejagt……ein durchaus unbefriedigender Zustand.

In dieser Woche leistete sich die Arbeitsagentur in meinem Fall auch wieder einen Knüller. Vor knapp zwei Wochen schrieb ich eine zentrale Mail an die Agentur, in der ich um Vermittlerwechsel bitte. Wie Du in einem meiner vorhergehenden Posts sicher schon gelesen hast, bin ich sehr unzufrieden über die Arbeitsmoral und die mangelnde Unterstützung durch meine aktuelle Vermittlerin. Anfang Oktober hatten wir eine Art Meeting der arbeitslosen Mütter. Die hier anwesende – frisch ausgelernte – Vermittlerin spürte deutlich in der Gruppendiskussion meine Unzufriedenheit und bat um ein kurzes Gespräch. Daraufhin wurde mir angeboten durch sie, dass ich um einen neuen Vermittler bitten könne. Darauf bezog ich mich auch in meiner Mail. Der Eingang derselben wurde im Übrigen auch bestätigt. Wenige Tage nach meiner Mail hatte ich einen entgangenen Anruf auf meinem Handy, der sich als Arbeitsagentur-Durchruf entpuppte. Ein einziger Anruf….keine Mailbox-Nachricht, kein Versuch auf dem Festnetz, keine Mail, nichts. Ich habe nach wie vor meine „alte“ Vermittlerin und nun auch einen neuen Termin bei ihr. Ich freue mich von ihr darauf angesprochen zu werden, warum ich sie eigentlich nicht mehr haben möchte…könnte lustig werden, weil ich mir vorgenommen habe, sie mit meiner Ehrlichkeit nicht zu verschonen. Weshalb auch?

Ich möchte noch einmal von dem Mütter – Meeting erzählen….dies war auch solch ein Pflichtprogramm der Arbeitsagentur. Zweck des Ganzen sollte sein, dass man gebrieft wird, wie toll man doch ist und welche besonderen Fähigkeiten wir als Mütter doch besitzen. Alles schön und gut – ich schließe auch nicht aus, dass es genug Mütter gibt, denen genau diese Information fehlt. Als ich der Einladung entnahm, dass es auch eine Art Gruppendiskussion geben sollte, begann ich, mich auf diesen Termin zu freuen. Denn es gibt kaum etwas Lustigeres, als Leute durch gnadenlos stichhaltige Argumentation aufzuzeigen, dass ihre ganze, auf Folie im Standart-PowerPoint-Look manifestierte Theorie mehr als wankend ist und durch die Härten des Alltags entkräftet wird. Genau dies ist auch passiert. 🙂 Beim Thema Kinderbetreuung bin ich richtig warmgelaufen. Wie toll es doch ist, wenn das Kind den ganzen Tag bis abends betreut wird, auch wenn es krank ist….dass jedes Kind sicherlich waaaahnsinnig gerne in einen ihm oder ihr völlig unbekannten Notkindergarten geht…und selbstverständlich kann sich doch jeder in seinem Dorf oder Stadt mit Freunden, Nachbarn und bekannten einen Betreuungs-Ring aufbauen. Mich schockierte es, wie überzeugt die Referentin von diesen Ansichten war! Ich freue mich, wenn ich mein Kind frühestmöglich aus der Kita abholen kann. Ich freue mich, wenn ICH diejenige bin, die mein Kind tröstet, wenn es krank ist und ICH reiche mein Kind sicherlich nicht an jeden Hans und Franz weiter zur Betreuung. Aber möglicherweise ist die bezahlte Ansicht eben doch meist eine andere….
Des Weiteren wurde seeeeeeeeehr hitzig über das Thema Weiterbildung/ Fortbildung und die entsprechenden Förderungen durch die Arbeitsagentur diskutiert. Und hier war ich diskussionstechnisch auf meinem absoluten Höhepunkt, da mir hier wirklich grundsätzlich der Kragen platzt.  Tatsache ist, wenn Du auch nur noch eine 0,5%-ige Chance auf Vermittlung hast in Deinem Lehrberuf, sind solche Maßnahmen wie Weiterbildung und/ oder Umschulung unmöglich. Dass ich der Vermittlerin zu Beginn meiner Arbeitslosigkeit jedoch mitteilte, dass ich unter keinen Umständen zurück in die Bankenbranche möchte,ist völlig unrelevant. Alle Anfragen wurden bislang mit einem klaren NEIN quittiert. Auch die Förderung von Selbstständigkeit…hier gilt: Mind. 3 Monate Leistungsbezug müssen noch offen sein und NATÜRLICH darf absolut kein einziges Stellenangebot mehr vorhanden sein im Lehrberuf. Trifft eines von beiden nicht zu – keine Unterstützung. Hierbei möchte ich erwähnen, dass für viele Mütter der Gedanken an Selbstständigkeit der einzige Ausweg aus der Arbeitslosigkeit ist – auch ich habe mich schon mehrfach Gedanken darüber gemacht. Aber auch dies ist eine finanzielle Frage, die mit Bedacht zu kalkulieren ist. Und vor allem – man muss eine gute Idee haben. Was passiert, wenn ich eine bahnbrechende Vertriebsidee habe und nur noch 1,5 Monate Leistungsbezug verbleiben?! Mir aber evtl. das Geld fehlt, um das Ganze gewinnbringend umzusetzen? Pech gehabt – Anforderungen nicht erfüllt. Diese und andere Themen machten das Mütter-Meeting zu einem netten Vergnügen, da ich – ohne mich selbst loben zu wollen – mit Sicherheit die argumentationsstärkste Teilnehmerin war. Ich bin mir sicher, die Referentin war froh, als sie gehen durfte 😉

Wieder bleibt mir hier nur die Empfehlung:
Erwarte einfach nichts von der Arbeitsagentur. Wenn Du einen Plan hast, welchen Weg Du in Zukunft gehen möchtest, dann scheu Dich nicht ihn zu gehen, auch wenn er steinig ist, denn wenn ich eines gelernt habe in meinen bisherigen Berufsjahren, dann die Tatsache, dass es schrecklich ist, jeden Tag mit einem miesen Bauchgefühl zur Arbeit zu fahren, weil man in dem Beruf einfach nicht glücklich ist. Und m.E. ist glücklich zu sein das Wichtigste an der Berufswahl – bedenke, wieviel Zeit man bei der Arbeit verbringt! Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass meine Zeit für einen neuen Job bald kommt und ich dort glücklicher bin als vorher.

PS: Habe heute nach längerer Zeit mal wieder einen Outplacement – Termin (Bewerbungs- und Berufswahl-Beratung). Hierauf freue ich mich immer, weil diese Gespräche mit meinem Berater sehr effektiv und produktiv sind. Ich werde berichten 🙂

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